Reise zum Trachtenchorfest in Sursee: 3 Trachtengruppen, 3 Generationen = 1 Auftritt
Die Zahl DREI hat es in sich – zum einen: Wir sind drei Trachtengruppen, die am schweizerischen Trachtenchorfest teilnahmen und zum anderen: In den Trachtengruppen sind drei Generationen vertreten.
Drei Trachtengruppen – Trachtengruppe Mittelhäusern, Oberbalm und Wohlen-Meikirch «teilen» sich denselben Dirigenten, Matthias Marbot. Bald war die Idee geboren, zusammen in Sursee zu singen.
Für die Trachtengruppe Oberbalm und Mittelhäusern wurde das Trachtenchorfest zur diesjährigen Trachtengruppenreise.
Drei Generationen: Zum Beispiel die Familien Maurer – Marbot mit Grossmutter, der Mutter und Enkel/Kindern. Der Enkel Matthias dirigiert, die Enkelin Lorena, Mutter Edith und Grossmutter Annemarie singen mit.
Am Samstagmorgen ging es mit dem Car von Oberbalm nach Sursee. Unterwegs wurden auch Mitglieder der Trachtengruppe Wohlen-Meikirch abgeholt und gut gelaunt trafen wir kurz vor Mittag in Sursee ein.
Vom Martignyplatz her bummelten wir gemütlich durch den Handwerkmärit. Viel altes und kunstvolles Handwerk gab es zu sehen und auch zu kaufen. Filoschieren, Klöppeln und was für mich aus dem Bernbiet neu war: «Röllele» = die Klöppelspitze des Göllerkragens in Röhrenfalten plätten. Das Resultat liess sich an der Luzerner Festtagstrachten sehen.
Fürs leibliche Wohl war gesorgt – Essensstände und Verpflegungszelte mit feinen, einfachen Gerichten. Überall standen Bänke zum Verweilen. Kleinere Musikformationen sorgten für Unterhaltung.
Trachtenleute aus der ganzen Schweiz konnten bewundert werden. Und manch einer fragte neugierig: «Wohär chunnsch?» und lud so zum Gespräch ein. Ich persönlich hatte den Eindruck, dass sehr viele Berner-Trachten zu sehen waren. Der Kanton Bern hat eine grosse Vielzahl an aktiven Trachtengruppen und der Kanton Luzern ist unser Nachbarkanton – ob dies wohl der Grund dafür war?
Unser Auftritt auf einer offenen Bühne «Pilatusblick» war um 15.00 Uhr geplant. Vorher suchten wir ein ruhiges Plätzchen um uns einzusingen. Bereits dies zog Publikum an. Auf der Bühne galt es dann ernst und wir begannen unser Programm mit dem «Frouehärzli» um dann mit der «Visitestube» den Kanton Bern vorzustellen. Dann folgte der «Louenesee». Mit Oberbalm und Mittelhäusern haben wir eine geografische Nähe zum Guggershörnli. Deshalb bildete dies unser letztes Vortragslied, das «Guggershörnli». Die Zugabe «Flühedole» war sicher vielen Zuschauer:innen auch bekannt und animierte zum Mitsingen.
Der Wettergott war uns hold und das ganze Wochenende herrschten angenehme Temperaturen und ein trockenes Wetter. So liess es sich gemütlich flanieren und Chorbeiträge hören. Chöre aus der ganzen Schweiz boten ein reichhaltiges Liedgut dar. Sogar ein Chor aus Übersee stand auf der Bühne. Der Edmonton Swiss Men’s Choir aus Kanada zeigte sein Können und begeisterte die Zuschauer:innen.
Für die Tanzbegeisterten fand am Nachmittag das Tanzprogramm auf dem Martiniplatz statt mit Tänzen für Gross und Klein sowie den einfachen Mitmachtänzen von tanzillus. Beim Tanzen stand das Mitmachen im Vordergrund und viele von uns waren froh, wenn der Speaker die Figuren ansagte. Fehltritte wurden mit einem fröhlichen Lachen quittiert.
Gegen 19 Uhr ging es dann wieder heimwärts. Viele der Trachtengruppe Wohlen-Meikirch blieben in Sursee, um den Sonntag mit dem Umzug zu geniessen. Wir anderen kehrten nach Hause zurück – müde und zufrieden. Schön war’s, die Vielfalt der Chorbeiträge zu hören, die Vielfalt der Trachten zu sehen, zu tanzen und Teil dieses friedlichen Volksfestes gewesen zu sein.
Ein grosses «Dankeschön» gebührt unserem Dirigenten und den drei Präsidentinnen, die dieses Erlebnis möglich machten.
Text: Ruth Wagner-Hüppi, Fachgruppe Medien
Bilder: Ruth Wagner-Hüppi, zVg von den drei Trachtengruppen