Vernissage des neuen Schweizerischen Trachtenbuchs
Gespannt sitzen wir im Saal des Hotels National in Bern und warten. Um uns herum mehrere hundert Personen aus der ganzen Schweiz – alle in ihren schönen Trachten.
Es ist ein erhebendes Gefühl, Teil dieser Menschenmenge zu sein und zu wissen: Wir alle sind Teil des neuen Trachtenbuchs und haben mitgewirkt. Als Fotomodell mit unserer Tracht, als stille Helfende im Hintergrund, als Textschreiber:innen.
Das Buchprojekt «ein schweizerisches Trachtenbuch» wäre ohne die treibende Kraft von Dunja Rutschmann (Fachfrau Trachten) und Christian Hug (Redaktion) aus Nidwalden gar nicht entstanden. Sie beide haben das Projekt lanciert und bekamen durch die Schweizerische Trachtenvereinigung Schützenhilfe. Zum Buchteam gehören zudem noch Silvan Bucher (Fotograf) und Ivan Zumbühl (Projektleiter)
Jeder Kanton bildete ein Arbeitsteam und war verantwortlich für die Auswahl der Trachten und dazugehörige Texte.
Auch wir im Kanton Bern begannen im Frühling 2024 unsere Arbeit. Die Geschäftsleitung wählte die Trachten aus und als Arbeitsgruppe suchten wir Fotomodelle. Bei einer Trachtenschau wurden die Trachten kritisch begutachtet: ist die Tracht vollständig, sitzt sie (noch) korrekt, gibt es allenfalls schadhafte Stellen die noch ausgebessert werden müssten, etc.
Im September 2024 war es dann soweit – während zwei Tagen wurden im Schloss Trachselwald und im Emmental auf einem Bauernhof in Ranflüh die Fotos gemacht.
Im März 2025 war Redaktionsschluss für die Kantonstexte und dann begann das Warten. Auf der Webseite der Schweizerischen Trachtenvereinigung wurden Bildstrecken der Fotoshootings veröffentlicht und diese stillten unsere Neugierde etwas, machten aber auch neugierig auf das vollständige Buch. (Hier einzusehen: https://www.trachtenbuch.ch/aktuelles)
Und nun sitzen wir, am Freitagnachmittag, dem 22. Mai, hier und warten gespannt. Denise Hintermann, die Präsidentin des STV, eröffnet die Vernissage. Eine Ländlerkapelle und eine Jugendtanzgruppe lockern mit Klängen und Tänzen die Veranstaltung auf. Christian Hug hält die Laudatio und beschreibt das Buch als «kulturelle Landkarte der Schweiz». Angesichts der Tatsache, dass die meisten Kantone aus der ganzen Schweiz am Buch mitgewirkt haben, ein passender Vergleich. Das Buch mit etwas über 300 Seiten präsentiert die Trachten in schönen Bildern. Die Texte dazu erzählen von der Entstehung der Trachten, von der Entwicklung in den einzelnen Kantonen, den Einflüssen und Veränderungen. Sie werfen, wo möglich, einen Blick in die Zukunft.
Ein Fotograf macht von jeder Arbeitsgruppe ein Erinnerungsbild und dann wird das Apérobuffet eröffnet. Wir stossen auf das Buch und die erfolgreiche Zusammenarbeit an, blättern im Trachtenbuch, erinnern uns an Anekdoten und kehren zufrieden nach Hause zurück.
Dankbar, Teil eines Buches zu sein, das unsere vielfältige Trachtenkultur in der Schweiz aufzeigt.
Text und Bilder: Ruth Wagner-Hüppi, Fachgruppe Medien
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