BILDER UND BERICHTE BTV

Auf den Spuren von Rosamunde Pilcher

BTV Reise nach Südengland vom 19. - 26. August 2017


 

Am 19. August frühmorgens war es wieder soweit: der Aare Seeland Car startete zu einem neuen Abenteuer mit der BTV Reisegruppe. Leider mussten wir noch von zwei Absagen aus gesundheitlichen Gründen Kenntnis nehmen. Unser Chauffeur Dänu Müller freute sich sehr dass sich so viele angemeldet hatten, waren doch die Bedenken gross ob sich genügend Interessierte für die Fahrt auf die Insel melden würden. Aber es waren wieder neue Gesichter dabei und die Gruppe umfasste somit 34 Personen. Und so nahmen wir die lange Fahrt über Strassburg, Metz und Reims nach Arras unter die Räder, vorbei an riesigen Maisfeldern und durch die Weite Frankreichs.

Schon unterwegs machten einige von uns Bekanntschaft mit der französischen Küche: tja, manchmal ist eine Wurst nicht eine Wurst wie wir sie kennen. Sie wird uns immer in Erinnerung bleiben (Betroffene, auch die Schreibende, geben gerne weitere Auskunft…)!

Auch das Nachtessen in Arras war, sagen wir mal, speziell: Filet Mignon ist wohl auch nicht überall dasselbe. Es konnte in England also nur besser werden.

 

Nach einem erfreulich guten Frühstück ging es weiter. Arras ist ca. 30km von Calais entfernt wo die Fähre über den Ärmelkanal auf uns wartete. Unglaublich wie das ganze Gelände beim Fährhafen mit langen Zäunen abgeriegelt ist. Die Problematik dazu dürfte allen bekannt sein, aber dies zu sehen war schon beeindruckend. Auch wir mussten für die Zollkontrolle den Car verlassen und uns ausweisen während ein Spürhund einen Kontrollgang durch den Bus machte. Aber ohne Probleme durften wir auf die Fähre fahren und konnten uns auf dem Schiff für die ca. 90 minütige Überfahrt frei bewegen. Schon beim Ablegen konnten wir die berühmten White Cliffs von Dover sehen, da das Wetter sehr gut war.

In Dover angekommen begrüsste uns jemand in einwandfreiem Hochdeutsch. Der Reiseleiter Juergen Andrews, mit deutschen Wurzeln aber schon lange in England lebend, würde uns die kommenden Tage begleiten und uns sehr viel Geschichte aber auch englische Gepflogenheiten erzählen. Und nun hiess es: Linksverkehr! Aber Dänu meisterte dies bestens als es der Küste entlang Richtung Brighton ging. Die Stadt gilt als bekanntestes Seebad an der englischen Südküste und ist auch Ziel von vielen Sprachschülern. Zudem baute sich der frühere König George IV den Royal Pavillon, welchen wir besichtigten. Bevor es dann ins Hotel ging konnten wir noch über die Brighton-Pier spazieren.

Im Hotel lernten wir dann, dass die Getränke zum Essen selber an der Bar geholt werden müssen, was für uns nicht üblich ist. Dies ist ja auch in den Pubs so, wie wir später noch erfahren sollten. Den Schlummertrunk bei der Bar wurde uns dann aber wieder serviert.

 

Der dritte Tag führte uns zu den berühmten und geheimnisvollen Steinkreisen von Stonehenge.

Bei leichtem Nieselregen ging es zu Fuss rund um diese sagenumwobene und mythische Sehenswürdigkeit. Zum Zweck dieser Anlage existieren viele, sich wiedersprechende Theorien.

Wer in Südengland ist, muss dies gesehen haben. Dies erklärt auch die vielen Besucher, welche am Mittag bei der Kasse warteten. A propos warten: die Engländer sind sehr geduldig. Auch im Strassenverkehr hört man selten bis nie eine Autohupe.

Am Nachmittag besuchten wir dann die mächtige Kathedrale in Salisbury mit dem höchsten Kirchturm Grossbritanniens, welcher 123 Meter misst. Ein eindrückliches Bauwerk worüber uns Juergen eine Menge zu erzählen wusste. Bevor es weiterging zu unserem nächsten Hotel, hatten wir noch Gelegenheit etwas in der Stadt zu verweilen.

 

Der nächste Tag führte uns zuerst nach Exeter wo wir gleich noch einmal eine Kirche besuchten: die Kathedrale St. Peter. Die Decke ist das längste, ununterbrochene mittelalterliche Steingewölbe der Welt. Natürlich gab es wieder eine Menge Informationen von Juergen. Ich möchte hier nur die lustigste Geschichte erwähnen: unter der astronomischen Uhr hat es in der Türe ein Loch welches der Katze des Bischofs Einlass gewährte, um Ratten und Mäuse zu verjagen.

Durch enge Strassen befuhren wir dann das Dartmoor, ein Nationalpark mit toller Hügellandschaft welcher sicher vielen durch den Roman „Der Hund von Baskerville“ ein Begriff ist. In Postbridge machten wir einen Zwischenhalt, wo die Clapper Bridge als wunderschönes Fotomotiv diente, ganz im Zeichen von Rosamunde Pilcher.

Auf unserem Weg weiter nach Cornwall machten wir noch einen Halt im typischen Fischerdorf Polperro, wo doch einige Fish and Chips oder die Spezialität Cornish Pasty probierten.

Im Hotel in Newquay angekommen, bezogen wir unsere Zimmer für zwei Nächte. Und ja, Juergen hatte uns vorgewarnt: der Komfort ist in Cornwall nicht mehr sooo super. Die Lage vom Hotel war zwar nicht schlecht und der Speisesaal war sehr schön aufgedeckt, aber die Zimmer liessen zu wünschen übrig.

 

Am nächsten Tag wanderten wir auf den Spuren von Rosamunde Pilcher nach Land’s End. Der Weg führt hoch auf den Klippen entlang zum westlichsten Punkt Englands auf der Hauptinsel Grossbritanniens. Bei, für englische Verhältnisse, tollem Wetter genossen wir den Blick übers Wasser wo Atlantik und Ärmelkanal aufeinandertreffen. Für den Mittagshalt besuchten wir den St. Michael‘s Mount (den Gegenpol vom Mont St. Michel in der Normandie). Die Gezeiten, sprich Ebbe und Flut, bestimmen, wann man den Berg zu Fuss erreichen kann.

Den Nachmittag konnten wir dann in St. Ives verbringen, einem weiteren, beliebten Ausflugs- und Ferienort im Norden von Cornwall, welcher auch schon als Kulisse für die Pilcher-Filme diente.

 

Nach der zweiten Nacht im „Hotel California“ führte uns der Weg der Küste entlang nach Padstow, wo wir „Prideaux Place“ besichtigen konnten. Dieser Landsitz, welcher nach wie vor vom Eigentümer bewohnt wird, war auch schon Hauptschauplatz bei Rosamunde Pilcher. Zu Fuss ging es dann durchs Städtchen zum Car zurück.

Etwas weiter nördlich, im schönen Dorf Tintagel, machten wir Mittagsrast nachdem uns ein „freundlicher“ Mitarbeiter vom Atlantic View Hotel weggescheucht hatte, als wir einen Blick auf die Ruinen der Normannenburg erhaschen wollten. Auch hier gab es eine weitere kulinarische Spezialität, die Cream Teas. Zwar eher ein Nachmittagsimbiss mit Scones, Clottet cream und Erdbeerkonfitüre und natürlich Tee dazu. Aber da so viel ‚Clottet cream‘ drin ist, könnte es kalorienmässig schon fast ein Mittagessen sein.

Und schon ging es Richtung Bristol wo wir die letzte Nacht in England verbringen sollten. Im Hilton Hotel verfolgten wir am Fernseher die News aus der Schweiz vom Bergsturz in Bondo.

 

Von Bristol aus machten wir noch einen Abstecher nach Bath, wo das berühmteste Bad Englands schon in vorrömischer Zeit bekannt war. Es ist das einzige Mineralbad mit heissen Quellen in England.

Auf unserem Weg zurück nach Arras machten wir noch kurz Mittagshalt in Windsor. Das Windsor Castle ist das grösste durchgängig bewohnte Schloss auf der Welt. Was früher als Burg und Festung diente, ist nun der Palast welcher Königin Elisabeth II als Wochenendsitz dient. Ein eindrückliches Bauwerk.

Hier verabschiedeten wir auch Juergen, der uns gut betreut hat und sooo viel zu erzählen wusste.

Weiter gings nach Folkestone wo wir per Eurotunnel die Insel verliessen um noch einmal in Arras zu übernachten bevor es dann definitiv heimwärts ging.

 

Diese Woche war fast mehr eine Studienreise als Ferien, durften wir doch so viel sehen und kennenlernen. Aber es war interessant und lehrreich.

Herzlichen Dank an Dänu für die gute Fahrt, an seine Frau Eveline welche uns während der ganzen Reise super versorgte im Car und an Peter Bienz welcher den Grundstein legte für diese schöne Woche.

 

Text und Bilder: Esther Mühlemann